Archive for April, 2007

Sammlung Froehlich verlaesst das ZKM

Friday, April 27th, 2007

Die Ausstellung „Faster! Bigger! Better!“ im Karlsruher ZKM war ein Highlight in der Reihe der hochkaraetigen Praesentationen des Zentrums für Kunst und Medientechnologie. Mit Signetwerken aus der Sammlung Froehlich wurden hier zentrale Arbeiten namhafter internationaler Kunst ausgestellt. Vom Publikum hochgelobt war der Eigentuemer der Werke, der Kunstsammler Josef Froehlich, nicht zufrieden mit der Ausstellung und zieht seine Sammlung jetzt aus Karlsruhe ab. Damit verlassen wichtige Werke von Sigmar Polke, Joseph Beuys, Donald Judd und anderen Kuenstlern Karlsruhe.

Der Sammler aus der Nahe von Stuttgart aeusserte sich kritisch zum Umgang mit seinen Werken in der Präsentation der insgesamt 250 Arbeiten und bezeichnete diese als “eine wilde Mischung ohne Rücksicht auf die Qualitätsunterschiede”. Auch die Kataloggestaltung fand nicht die Zustimmung des Eigentuemers. Das ZKM verwahrt sich gegen diese Kritik, da man versucht habe, den Sammler in das kuratorische Konzept sowie bei der Hängung seiner Werke zu beteiligen.

Das ZKM sieht jedoch keinen Anlass zu einer vorzeitigen Beendigung des Kooperationsvertrags, der bis zum 31. Dezember 2009 läuft.

Deutlich wird an diesem Abzug die gelegentlich ungute Verbindung von Eigentum an der Sammlung und Sammlungsort. Durch fehlende Ankaufetats und die sprunghaft steigenden Preise am Kunstmarkt  gehen wichtige Arbeiten zunehmend an Privatsammler. Diese sind dann zwar auf das Renomme der oeffentlichen Museen als Herberge ihrer Kunst angewiesen (durch die Beherbergung steigt dann oft der Wert der Arbeiten), nehmen dann aber hin und wieder zuviel Einfluss auf die Kuratoren und Gestalter der Haeuser. Bei der Auseinandersetzung kommt es dann haeufig zur Drohung und nachfolgend zum Abzug der Werke, fuer viele Museen hat das gravierende Auswirkungen auf Konzept und Ausstellungswesen.

Kuenstlerfaelschung

Monday, April 23rd, 2007

Kunst zu faelschen ist ein weit verbreitetes Phaenomen, den gesamten Kuenstler dagegen zu faelschen bzw. zu erfinden ist recht selten.
In Prag wurde jetzt publik, dass es ernst zu nehmende Hinweise darauf gibt, dass es die Person des tschechischen Malers Bohumil Samuel Kecir nie gegeben hat. Die Bilder, die unter dieser Autorenschaft auch in Deutschland und Österreich gehandelt werden, waeren demnach von jemand anderes gemalt worden. Eine Biografie, laut der der angeblich 1904 geborene Künstler sowohl unter den Nazis als auch den Kommunisten gelitten habe und 1987 in einer Heilanstalt gestorben sei, waere demnach frei erfunden, berichtete die Prager Zeitung «Lidove noviny» am 20.04.2007.
Der Wiener «Kecir-Spezialist» Erich Tromayer will den Kuenstler zwar persoenlich nicht gekannt haben, hat aber ein Buch ueber den Maler geschrieben und weist den Verdacht der Falschung von sich.
Fachkreise konnten bisher nicht eindeutig die Existenz des Kuenstlers Kecir belegen, der Kunstmarkt wartet jetzt auf Anzeigen der unter Umstaneden betrogenen Kaeufer von Werken Kecirs.

art cologne

Tuesday, April 17th, 2007

Der Zirkus zieht weiter. Am 18. April beginnt die “art cologne” in Halle 4 und 5 der koelnmesse, am 19. April dann zum ersten Mal “dc - duesseldorf contemporary”. Der momentane Hype auf dem Kunstmarkt haelt an, schon jetzt sind rekordverdaechtige Preise und Umsaetze zu erwarten.
Auf der sneak preview konnte ich gestern in Koeln schon einige Eindruecke sammeln. Neben sehr interessanten Arbeiten war auch eine beeindruckende Fuelle von Farben und Materialien angesammelt die in der geballten Masse selbst das geuebte Auge auf eine harte Probe stellen. Vieles geriert sich dort als Kunst, ist bei naeherem Betrachten auch ganz dekorativ und in der Nachfolge der Pop Art gut konsumierbar. Oft werden aber die besonderen Pretiosen durch diese eher dem Bereich Kunstmarketing zuzurechnenden Werke ueberdeckt.
Die Ausnahmen widerlegen zum Teil diesen ersten Eindruck und sind daher umso sehenswerter. Eine Raum-Lichtinstallation von Anthony McCall zeigt die Galerie Thomas Zander, die ironisch-intelligenten Arbeiten des viel zu frueh verstorbenen Peter Roehr oder auch die Arbeiten aus der Photographischen Sammlung SK Stiftung Kultur sind fuer mich die Highlights in Koeln.

Ein Besuch lohnt sich aber in jedem Fall, allein die Moeglichkeit mit Galeristen und Kuenstlern in direkten Kontakt zu gelangen ist schon ein Rundgang wert.

European Media Art Festival

Wednesday, April 4th, 2007

Das EMAF in Osnabrueck geht ins 20. Jahr, zum Jubilaeum werden wieder hochkaraetige Ausstellungen in der Dominikanerkirche gezeigt und ein Festival an diversen Locations realisiert. Die Ausstellung “Final Cut” zeigt ganz in der Tradition des Festivals (war anfangs das Event fuer experimentellen Film in Deutschland) Ueberschneidungen zwischen Medienkunst und Kino, hier sind renommierte Positionen zu sehen.

Zum Jubilaeum sind Peter Weibel und Lynn Hershman (beide aus dem ZKM in Karlsruhe wohlbekannt) eingeladen. Der Kongress mit Referaten, das Student Forum mit Beitraegen verschiedener Hochschulen und eine Performance machen den besonderen Charakter dieses Festivals aus und den Besuch in jedem Fall lohnend.

Das Festival ist am Wochenende 25. - 29.04.2007, die Ausstellung vom 25.04 - 20.05.2007